Wegweiser Elisabethpfad

Unsere Pilgerung - unterwegs auf dem Elisabethpfad

Wir sind wieder unterwegs auf einer Pilgerung. Pilgerung? Unsere jüngsten Teilnehmerinnen, noch im Kindergartenalter, haben die beiden Worte Pilgern und Wanderung einfach zusammengelegt. Zugleich ist damit rein sprachlich die Frage geklärt, wann aus einer Wanderung ein Pilgern wird.
Als Menschen
sind wir unterwegs auf einer Wanderung. Wir suchen Entspannung, wir spüren der Stille nach, hören das Rauschen des Windes und die vielfältigen Stimmen der Natur, sehen hier etwas, entdecken dort etwas.
Als Christen
sind wir zugleich auf einem Pilgerweg. Einmal mehr suchen und spüren wir die Anwesenheit Gottes, der uns begleitet. Jetzt haben wir eine neue Gelegenheit, jenseits des Alltags, Gott zu erfahren. In ruhiger Zwiesprache oder weil wir uns öffnen für Gespräche mit dem Menschen, der neben uns wandert.
Die Zeit für den Alltag und die Zeit für Gott durchmischen sich. Unser Leben wird zur Pilgerung.



Dieses Mal folgen wir auf unserer dritten Wanderung als Gemeinde den Spuren der Elisabeth von Thüringen. Unser Weg führt von Frankfurt am Main nach Marburg. Zugegeben: den ersten Wegabschnitt haben wir ausgelassen und sind am Stadtrand von Frankfurt aufgebrochen. Wir suchen halt die Entspannung in der Natur. Aber als Großstadtgemeinde sollten wir uns auch auf den Weg durch den Asphaltdschungel machen. Vielleicht entdecken wir dann in neuer Weise, was das Leben in der Stadt bedeutet und welche Anfrage an uns gerichtet ist.

Heilige Elisabeth

Warum folgen wir dem Elisabethpfad?
Klar, es ist ein markierter Streckenwanderweg mit dem speziellen Anreiz, dass wir das Ziel nach vielen Wegabschnitten und erst nach einiger Zeit erreichen. Unterwegs bemerkt man, wie sich die Landschaft verändert. Und mit der Zeit können sich auch unsere Lebensumstände ändern. Am Ziel sind wir nicht mehr die, die wir waren, als wir aufbrachen.
Auf dem Weg lernen wir Elisabeth kennen, die thüringische Landgräfin von der Wartburg, die von 1207 bis 1231 lebte. Mit ihrem tiefen Glauben widmete sie ihr Leben den Kranken und Bedürftigen der damaligen Gesellschaft. Sie richtete sich nicht nach den höfischen Möglichkeiten und Gepflogenheiten, sondern sah ihr Lebensziel im Vorbild des Franziskus von Assisi: "Willst du vollkommen sein, so geh hin, verkaufe, was du hast, und gib's den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben."
Wir fühlen uns überfordert, wenn wir von so großen Gedanken auf unserer Pilgerung begleitet werden, und doch sind wir bereits mit kleinen Schritten unterwegs auf diesem Weg, auf dem wir der Not des Mitmenschen genauso begegnen wie der Bedürftigkeit unserer Gesellschaft. Auf diesem Weg entdecken wir unsere Möglichkeiten zum Engagement.
In unserem mennonitischen Gesangbuch steht das Lied "Wenn das Brot, das wir teilen als Rose erblüht". Der Text interpretiert für uns das "Brotwunder" der Heiligen Elisabeth. Wer mit einem Korb voller Brot zu seinem Nächsten geht, der darf sich wundern und erkennen: Gott wohnt schon in unserer Welt.




Elisabethenstein

Einige Wegabschnitte haben wir 2011 schon zurückgelegt. Die Großstadt haben wir verlassen und den Taunuskamm überwunden. Jetzt führt der Weg durch das Hinterland des Taunus, in eine Gegend die den meisten von uns unbekannt ist.
Was werden wir entdecken und erleben? Welche Dorfkirchen werden geöffnet sein für uns und unseren mehrstimmigen Gesang? Welche Texte und Impulse werden in uns etwas Neues anstoßen?

Jung und Alt sind herzlich eingeladen zum Mitwandern auf unserer Pilgerung!